Vanguard vs. Dimensional – zwei Welten, ein Ziel: keine Wette mehr eingehen
Beide Anbieter teilen dieselbe wissenschaftliche Grundlage: niemand kann den Markt zuverlässig schlagen. Beide arbeiten passiv. Beide sind günstig. Und doch trennt sie eine Idee – nämlich, ob man den Markt kauft oder den Markt mit wissenschaftlich belegtem Tilt kauft.
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Sie kennen das vielleicht: Lagerstreit statt Klarheit
In Foren liest sich der Vergleich oft wie Religion. Vanguard-Fans posten Cost-Tabellen, Dimensional-Fans posten Fama/French-Faktorrenditen. Wer dazwischen sitzt, ist meist noch weniger entschieden als vorher.
Wir gehen hier nüchtern vor: beide Häuser sind seriös, beide wissenschaftlich fundiert, beide für viele Anleger passend. Es geht nicht um „besser“ oder „schlechter“, sondern um welches Konzept zu welchem Anleger passt.
Wir arbeiten als Honoraranlageberatung nach § 34h GewO. Wir empfehlen anbieterunabhängig – Vanguard und Dimensional sind beides anerkannte Werkzeuge, kein Lager.
Vanguard kauft den Markt. Dimensional kauft den Markt mit wissenschaftlichem Tilt. Beide vermeiden die Wette – sie wählen nur einen anderen Weg dorthin.
Vier konzeptionelle Unterschiede – nüchtern erklärt
Wer den Unterschied verstanden hat, kann selbst entscheiden – oder die Empfehlung Ihres Honoraranlageberaters einordnen.
Vanguard kauft den Index – Dimensional übergewichtet Faktoren
Vanguard repliziert Indizes (z. B. FTSE All-World) so exakt und kostengünstig wie möglich. Die Logik: niemand weiß, welche Aktien gewinnen, also kauft man alle nach Marktkapitalisierung.
Dimensional folgt der Forschung von Eugene Fama und Kenneth French (Nobelpreis 2013): über lange Zeit liefern bestimmte Aktien-Eigenschaften – kleine vs. große, günstig vs. teuer, profitable vs. weniger profitable – im Schnitt eine Mehrrendite. Dimensional übergewichtet diese Faktorprämien systematisch.
Vanguard ist passiver Indexabbild – Dimensional ist regelbasiert aktiv
„Aktiv“ bei Dimensional heißt nicht: Manager picken Aktien. „Aktiv“ heißt: Regeln werden angewendet, die wissenschaftlich validiert sind, ohne dass jemand „seine Meinung“ einbringt.
Vanguard ist näher am reinen Index, Dimensional näher am Faktormodell. Beides ist systematisch – kein Manager, der über Anlageklassen oder einzelne Aktien spekuliert.
Kosten: Vanguard meist günstiger – Dimensional liefert dafür Faktor-Tilt
Vanguard-ETFs liegen oft bei 0,07–0,22 % TER. Dimensional-Fonds liegen typischerweise bei 0,20–0,40 % TER.
Konzeptionell wäre Dimensional erst dann „teurer“, wenn die zusätzliche Kostenbelastung die Faktorprämie auffressen würde. Die Forschungs- und Backtest-Daten der letzten Jahrzehnte zeigen über lange Zeiträume einen Netto-Vorteil für Dimensional. Aber: der Vorteil ist nicht garantiert – Faktorprämien können auch Jahre underperformen.
Verfügbarkeit & Mindestanlagen
Vanguard-ETFs sind frei am Markt handelbar, ab 1 Cent verfügbar. Dimensional-Fonds sind in Deutschland ausschließlich über akkreditierte Anlageberater zugänglich – nicht über Direktbanken kaufbar.
Im Investifant-Mandat: Vanguard ab 50 EUR Einmalanlage / 50 EUR Sparplan. Dimensional ab 1.000 EUR Einmalanlage.
Frau B., 42, Wirtschaftsprüferin, 220.000 EUR Einmalanlage – Vanguard oder Dimensional?
Ausgangslage: 220.000 EUR aus Auszahlung Genussrecht. Anlagehorizont 20+ Jahre. Bereits diszipliniert mit ETFs, kennt Fama/French. Möchte konzeptionell auf Faktorprämien setzen, gleichzeitig die Kostenfrage verstehen.
Vorgehen: gestaffelter Einstieg über 6 Monate in eine Dimensional Core Plus 80/20. Begründung: Anlagehorizont passt zur längeren Mean-Reversion-Phase von Faktorprämien, Kostendifferenz war für Frau B. kein Hinderungsgrund, sie wollte das wissenschaftliche Konzept abbilden.
Alternative wäre eine Globale Index Strategie 90/10 (Vanguard) gewesen – günstiger im Tracking, aber ohne expliziten Tilt. Beides wären solide Entscheidungen gewesen. Die Wahl folgte dem konzeptionellen Wunsch, nicht einer Überlegenheits-Behauptung.
Wann eher Vanguard, wann eher Dimensional
Es gibt keine universelle Antwort. Aber es gibt Konstellationen, in denen wir eines der beiden eher empfehlen.
Eher Vanguard
Sehr lange Horizonte ohne Sondermandat. Kostenpriorität. Wunsch nach maximaler Einfachheit. Erster Schritt in die Vermögensverwaltung. Mandate ab 20.000–100.000 EUR.
Tendenziell Vanguard
Anleger:innen, die Faktorprämien-Theorie kennen, aber strukturell nicht „mehr Komplexität“ wollen. Lange Sparpläne ab 50 EUR.
Neutral
Anleger ab 100.000 EUR mit Horizonten 15+ Jahren. Beide Ansätze sind solide; Entscheidung nach Konzept-Sympathie, nicht nach Marketing-Bauchgefühl.
Tendenziell Dimensional
Mandate ab 100.000 EUR. Wunsch nach systematischer Faktor-Übergewichtung. Bereitschaft, die etwas höhere Kostenstruktur gegen lang erwartbare Mehrrendite einzutauschen.
Eher Dimensional
Mandate ab 250.000 EUR mit Anlagehorizont 20+ Jahre, expliziter Wunsch nach wissenschaftlich basiertem Tilt-Portfolio, Verständnis für Faktor-Phasen (auch jahrelange Underperformance möglich).
Welche Mandanten wählen welchen Ansatz?
Pragmatische Sparer:innen
Wollen Einfachheit und Kostenoptimierung – meist Vanguard.
Wissenschaftlich Interessierte
Haben Fama/French gelesen, wollen Faktorprämien strukturell – meist Dimensional.
Erbinnen & Erben mit großer Summe
Längster Horizont kombiniert mit konzeptioneller Ruhe – beides möglich, oft Dimensional ab 250.000 EUR.
Selbstständige
Wollen Vermögen unabhängig vom Geschäft – meist Vanguard für Robustheit und niedrige Kosten, gelegentlich Dimensional ab 200.000 EUR.
Familien-Sparpläne
Kinderdepot über 15+ Jahre – meist Vanguard, weil ab 50 EUR Sparplan möglich.
Honoraranlageberatungs-Mandate
Mit klar definierter Anlagestrategie und langer Bindung – häufig Dimensional in höheren Tranchen.
Investifant – die Online-Vermögensverwaltung von fairfinanzplan
Investifant deckt beide Welten ab: Vanguard-basierte Globale Index Strategien (30/50/70/90/100) und Dimensional Core Plus Wealth (40/60, 60/40, 80/20, 100/0).
Verwaltet von Reuss Private Bank für Wertpapierhandel AG (BaFin, § 15 WpIG), verwahrt bei der FFB – FIL Fondsbank GmbH. Konzipiert durch Honoraranlageberatung der Finanzen fairstehen FDL GmbH nach § 34h GewO.
Konditionen: 1 % p.a. all-in inkl. MwSt. auf den Jahresdurchschnittswert. Depotgebühr FFB 0,2 % (gedeckelt 45 EUR p.a.). Keine Ordergebühren, keine Performance Fee.
- Eugene F. Fama, Kenneth R. French (1992): „The Cross-Section of Expected Stock Returns“, Journal of Finance 47, 427–465.
- Eugene F. Fama: Nobelpreis-Lecture „Two Pillars of Asset Pricing“ (Stockholm 2013).
- Vanguard: „Principles for Investing Success“ 2024.
- Dimensional Fund Advisors: Matrix Book 2024 – historische Renditen globaler Aktien.
- S&P Dow Jones Indices: SPIVA Europe Year-End 2023 Scorecard.
Ihre anbieterunabhängigen Honoraranlageberater
Drei Berater:innen, ein Konzept: Honorarvergütung statt Produktprovision, gesetzlich verankert in § 34h GewO. Kein Druck, etwas zu verkaufen. Vergütung kommt vom Mandanten, nicht vom Produkthersteller.

Honoraranlageberater nach § 34h GewO, Autor „Der Finanzplaner für Akademiker". Onlineberatung seit 2014. Verantwortlich für Konzept und Strategie der Investifant-Portfolios.
Spezialisierung auf Vermögensaufbau, Altersvorsorge und Erbschaftsplanung. Begleitet Mandanten ganzheitlich in allen Lebensphasen.
Fokus auf Selbstständige, Akademiker:innen in der Konsolidierungsphase und Vermögensübertragung. Begleitet Mandate im DACH-Raum.
Häufige Fragen zum Vergleich
Welcher Ansatz ist objektiv besser?
Es gibt keine objektive Antwort. Beide Ansätze sind wissenschaftlich fundiert, beide passiv-systematisch, beide langfristig konkurrenzfähig.
Vanguard ist die robustere Wette gegen Komplexität. Dimensional ist die spezifischere Wette auf Faktorprämien. Welche Wette zu Ihnen passt, hängt von Horizont, Vermögen, Risiko-Verständnis und konzeptioneller Vorliebe ab.
Kann ich nicht einfach beides mischen?
Konzeptionell selten sinnvoll. Wer beides mischt, verwässert beide Argumente: weder die maximale Kostenoptimierung (Vanguard) noch die klare Faktor-Tilt-Strategie (Dimensional).
Wir empfehlen daher: eine Strategie wählen, konsequent durchziehen, später ggf. wechseln (siehe Strategiewechsel) statt parallel mischen.
Was kostet Dimensional mehr als Vanguard wirklich?
Bei einer typischen 70/30-Konstellation: etwa 0,10–0,20 Prozentpunkte TER-Differenz pro Jahr. Auf 100.000 EUR sind das 100–200 EUR p.a.
Konzeptionell relevant: Wenn die Faktorprämien historischer Größenordnung greifen, holt Dimensional diese Differenz mehrfach zurück. Wenn sie für 5–10 Jahre nicht greifen (was vorkommt), zahlt man die Differenz ohne Mehrwert. Beides hat man strukturell zu akzeptieren.
Wie häufig wechselt man die Strategie?
Sehr selten. Strategiewechsel sind sinnvoll bei Lebensphasen-Wechsel (z. B. Berufsende, Erbschaftsfall), aber nicht bei Marktstimmungs-Schwankungen.
Wer in beiden Welten überzeugt war, sollte sich für eine entscheiden – nicht ständig wechseln.
Bekomme ich Dimensional auch ohne fairfinanzplan?
Nicht direkt. Dimensional-Fonds sind in Deutschland nur über akkreditierte Anlageberater:innen zugänglich. fairfinanzplan ist einer dieser Berater. Über Direktbanken oder klassische Bankberatung sind die Fonds nicht erhältlich.
Welche Strategie hat Bernd Krause selbst?
Eine Mischung aus beiden Welten im privaten Bereich – mit klarer Trennung. Im Beratungsalltag empfehlen wir aber stets nicht, was wir selbst tun – sondern was zur Mandantin oder zum Mandanten passt.
Im Erstgespräch klären wir, was zu Ihnen passt
Vanguard oder Dimensional ist selten die erste Frage. Erst kommt: Wie ist Ihre Ausgangslage, welche Strategie trägt, welcher Horizont realistisch. Dann zeigen wir anbieterunabhängig, welcher Ansatz passt.
Oder direkt anrufen: 06341 6814230 · hallo@finanzen-fairstehen.de
