Faktor-Investing – wenn Wissenschaft auf den breiten Markt trifft
Faktor-Investing ist nicht Stock-Picking. Es ist nicht Aktiv-Management. Es ist eine wissenschaftlich begründete Regel, bestimmte Aktien-Eigenschaften systematisch überzugewichten – weil sie über lange Zeiträume eine Mehrrendite gegenüber dem Marktdurchschnitt liefern.
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„Faktor-Investing“ – klingt nach Insider-Jargon, ist aber erklärbar
In den meisten Anlage-Texten taucht „Faktor-Investing“ als Buzzword auf – ohne dass jemand erklärt, was wirklich gemeint ist. Manche stellen es als Wundermittel dar. Andere als Mode-Erscheinung. Beides ist falsch.
Faktor-Investing ist eine methodisch klare Antwort auf eine konkrete Forschungsfrage: Welche systematischen Eigenschaften von Aktien liefern über lange Zeiträume eine Mehrrendite gegenüber dem Marktdurchschnitt? Eugene Fama und Kenneth French haben das untersucht – seit den 1990er-Jahren empirisch immer wieder bestätigt.
Wir arbeiten als Honoraranlageberatung nach § 34h GewO. Wir empfehlen Faktor-Strategien nicht, weil sie modisch sind – sondern weil sie wissenschaftlich überzeugend sind. Und wir empfehlen sie nicht jedem, sondern dort, wo Horizont und Verständnis passen.
Faktor-Investing ist nicht klüger. Es ist nur konsequenter mit dem, was die Wissenschaft seit 40 Jahren zeigt.
Vier Faktoren – nüchtern erklärt
Die wichtigsten Faktoren, die in der akademischen Literatur als robust gelten.
Markt-Faktor (Beta) – die Grundprämie schlechthin
Aktien rentieren über lange Zeiträume mehr als risikofreie Anlagen (Staatsanleihen). Diese Mehrrendite – die Equity Risk Premium – ist der Basis-Faktor jeder Aktienanlage.
Historisch global betrachtet (1900–2024): rund 4–6 Prozentpunkte pro Jahr über Geldmarkt. Das ist kein Faktor-Investing im engeren Sinne – es ist die Voraussetzung dafür.
Size-Faktor – kleinere Unternehmen liefern langfristig Mehrrendite
Small Caps (kleine Unternehmen) haben in den meisten Märkten und Zeiträumen eine höhere Rendite erzielt als Large Caps – bei höherer Volatilität.
Erklärung: kleinere Unternehmen sind risikoreicher, schlechter analysiert, weniger liquide. Wer das Risiko trägt, bekommt im Schnitt eine Prämie. Historisch global: 1–3 Prozentpunkte pro Jahr über Large Caps.
Value-Faktor – günstig bewertete Aktien liefern langfristig Mehrrendite
Aktien mit niedrigem Kurs-Buchwert-Verhältnis (Value) übertreffen über lange Zeiträume Aktien mit hohem Kurs-Buchwert-Verhältnis (Growth).
Erklärung: Value-Aktien sind oft weniger glamourös, häufig in zyklischen Branchen, manchmal in Restrukturierung. Wer geduldig hält, wird über die Mean Reversion belohnt. Historisch global: 2–4 Prozentpunkte pro Jahr.
Profitability-Faktor – profitable Unternehmen liefern langfristig Mehrrendite
Aktien von Unternehmen mit hoher Bruttoergebnis-Marge übertreffen Aktien von weniger profitablen Unternehmen – auch bei vergleichbarem Bewertungsniveau.
Erklärung: stabile Profitabilität ist ein Qualitätssignal, das vom Markt langfristig honoriert wird. Historisch global: 1–2 Prozentpunkte pro Jahr.
Frau S., 53, Wissenschaftlerin – warum Dimensional, nicht Vanguard
Ausgangslage: 380.000 EUR Einmalanlage aus Auszahlung Forschungsfonds, Anlagehorizont 15+ Jahre, gelesene Literatur: Kommer, Fama, French. Sie wollte explizit eine Strategie, die Faktorprämien systematisch nutzt.
Vorgehen: gestaffelter Einstieg über 9 Monate in eine Dimensional Core Plus 80/20. Begründung: lange Laufzeit, hoher Aktienanteil, Faktor-Tilt (Size + Value + Profitability) – passt zum Konzept einer Forscherin, die wissenschaftliche Strenge auch in der Anlage will.
Disclaimer: Frau S. weiß und akzeptiert, dass Faktorprämien jahrelang underperformen können – zuletzt z. B. 2010–2020, als US-Tech-Mega-Caps den Markt dominierten. Geduld ist Voraussetzung für die Strategie.
Wie Dimensional Faktoren in der Praxis abbildet
Dimensional setzt Faktoren nicht als „Wette“ um, sondern als systematisches Übergewichten – im Rahmen breiter Marktportfolios.
Marktbreite Basis
Dimensional-Fonds halten tausende Aktien global – breiter als viele Indizes. Keine Stock-Picks, sondern systematische Auswahl.
Faktor-Tilt
Im Vergleich zu Markt-Indizes werden Small Caps, Value-Aktien und profitable Unternehmen übergewichtet – nicht ausschließlich gehalten.
Regelbasiert, nicht Manager-Meinung
Keine Einschätzung, ob „jetzt“ Value lohnt. Die Übergewichtung läuft regelbasiert – jederzeit, in jedem Marktumfeld.
Patient Trading
Dimensional handelt nicht jeden Tag – sondern wenn es Liquidität günstig gibt. Das senkt Transaktionskosten gegenüber Index-Replikation.
Langzeit-Disziplin
Faktoren wirken über Jahrzehnte – nicht über Quartale. Die Strategie verlangt Aushalten von Jahren mit Underperformance gegenüber dem Standard-Index.
Profile, in denen Faktor-Investing Sinn ergibt
Lange Horizonte (15+ Jahre)
Faktorprämien wirken über lange Zeit. Wer in 3 Jahren das Geld braucht, ist falsch.
Wissenschaftliches Verständnis
Wer Fama/French kennt oder gelesen hat, akzeptiert die Logik – und die Phasen schlechter Performance.
Vermögen ab 100.000 EUR
Dimensional-Tranchen sind ab 1.000 EUR möglich, sinnvoll als strategischer Kernanteil ab 100.000 EUR aufwärts.
Konzeptionelle Ruhe
Wer das einmal verstanden hat, lässt es laufen. Wer ständig vergleicht („Vanguard wäre dieses Jahr besser“), wird nicht glücklich.
Anleger:innen, die Lärm meiden
Faktor-Strategien sind selten Schlagzeile. Genau das ist ihr Vorteil – sie sind solides Werkzeug, kein Hype.
Erbinnen & Erben mit langer Bindung
Erbschaftsvermögen mit 20+ Jahren Horizont eignet sich gut für Faktor-Strategien.
Investifant – Dimensional Core Plus Wealth im Mandat
Im Investifant-Mandat ist das Dimensional Core Plus Wealth-Portfolio in vier Varianten verfügbar: 40/60, 60/40, 80/20, 100/0 (Aktien/Anleihen). Verwaltet von Reuss Private Bank für Wertpapierhandel AG (BaFin, § 15 WpIG), verwahrt bei FFB.
Konzipiert von Finanzen fairstehen FDL GmbH (§ 34h GewO). Wir empfehlen Dimensional nur, wenn Horizont und Verständnis passen – nicht als Standard für jeden.
Konditionen: 1 % p.a. all-in inkl. MwSt. auf den Jahresdurchschnittswert. Dimensional-Mindestanlage 1.000 EUR. Sparplan ab 50 EUR monatlich.
- Eugene F. Fama, Kenneth R. French (1992): „The Cross-Section of Expected Stock Returns“, Journal of Finance 47, 427–465.
- Eugene F. Fama, Kenneth R. French (2015): „A Five-Factor Asset Pricing Model“, Journal of Financial Economics 116, 1–22.
- Eugene F. Fama: Nobelpreis-Lecture „Two Pillars of Asset Pricing“ (Stockholm 2013).
- Dimensional Fund Advisors: Matrix Book 2024 und Researcher Series
- Robert Novy-Marx (2013): „The Other Side of Value: The Gross Profitability Premium“.
Ihre anbieterunabhängigen Honoraranlageberater
Drei Berater:innen, ein Konzept: Honorarvergütung statt Produktprovision, gesetzlich verankert in § 34h GewO. Kein Druck, etwas zu verkaufen. Vergütung kommt vom Mandanten, nicht vom Produkthersteller.

Honoraranlageberater nach § 34h GewO, Autor „Der Finanzplaner für Akademiker". Onlineberatung seit 2014. Verantwortlich für Konzept und Strategie der Investifant-Portfolios.
Spezialisierung auf Vermögensaufbau, Altersvorsorge und Erbschaftsplanung. Begleitet Mandanten ganzheitlich in allen Lebensphasen.
Fokus auf Selbstständige, Akademiker:innen in der Konsolidierungsphase und Vermögensübertragung. Begleitet Mandate im DACH-Raum.
Häufige Fragen zu Faktor-Investing
Sind Faktorprämien garantiert?
Nein. Faktorprämien sind statistisch über sehr lange Zeiträume robust dokumentiert – aber sie können jahrelang underperformen. 2010–2020 war zum Beispiel eine Phase, in der Value-Aktien gegen US-Tech-Mega-Caps verloren.
Wer Faktor-Strategien wählt, akzeptiert solche Phasen als Teil der Strategie – sonst wird er die Strategie genau dann verlassen, wenn sie kurz vor der Rückkehr steht.
Was unterscheidet Dimensional von ETF-Smart-Beta?
Smart-Beta-ETFs setzen oft auf einen Faktor in einem Index-Vehikel. Dimensional verfolgt eine multifaktorielle, regelbasierte Strategie mit Patient Trading (geduldigem Handel) und sehr breiter Diversifikation – nahe am wissenschaftlichen Ideal.
Brauche ich für Faktor-Investing einen Berater?
Für reines Faktor-ETF-Investing (Smart Beta) nicht zwingend. Für Dimensional ja: die Fonds sind in Deutschland exklusiv über akkreditierte Berater zugänglich. Investifant ist einer dieser Zugangswege.
Was passiert, wenn Faktoren in Zukunft nicht mehr funktionieren?
Möglichkeit besteht. Die Forschung diskutiert Effizienz-Argumente kontinuierlich. Bisher zeigen die Daten Faktorprämien auch nach ihrer Veröffentlichung weiterhin – wenn auch teils geringer als historisch.
Wer Sorge hat, wählt eine reine Vanguard-Strategie (passiv, ohne Faktor-Tilt). Beides ist legitim.
Wie hoch ist die historische Mehrrendite von Dimensional gegenüber Vanguard?
Sehr abhängig vom Zeitraum. Über lange Zeiträume (40+ Jahre) lagen Faktor-Tilt-Portfolios häufig 0,5–1,5 Prozentpunkte p.a. über reinen Index-Portfolios. Über kürzere Zeiträume (5–10 Jahre) kann es auch deutlich anders aussehen – in beide Richtungen.
Wann lohnt sich der Wechsel von Vanguard zu Dimensional?
Wenn Horizont mindestens 15 Jahre beträgt, Vermögen ab 100.000 EUR, das wissenschaftliche Konzept verstanden ist, und man bereit ist, jahrelange Underperformance auszuhalten. Wir besprechen das im Erstgespräch.
Faktor-Investing – nur wenn es zu Ihnen passt
Im Erstgespräch klären wir, ob Dimensional oder eine breite Vanguard-Strategie besser zu Ihrer Situation passt. 30–45 Minuten, anbieterunabhängig, ohne Verkaufsdruck.
Oder direkt anrufen: 06341 6814230 · hallo@finanzen-fairstehen.de
