Auszahlpläne – aus aufgebautem Vermögen wird planbare Entnahme
Sie haben über Jahre Vermögen aufgebaut. Jetzt geht es darum, daraus monatliche Liquidität zu machen – ohne dass das Vermögen vorzeitig erschöpft. Auszahlpläne sind das Werkzeug. Wir zeigen die Mechanik – nüchtern, ohne Halbwahrheiten.
1 % p.a. all-in inkl. MwSt. · ungebundener Vermögensverwalter Reuss Private Bank · Depotbank FFB · § 15 WpIG

„Ich habe gespart – wie kommt das Geld jetzt zurück zu mir?“
Vermögensaufbau ist gut beschrieben. Dazu gibt es Bücher, Blogs, Podcasts. Aber: was passiert eigentlich beim Übergang in die Entnahme? Wie viel kann ich nehmen, ohne das Vermögen zu früh aufzubrauchen? Was, wenn der Markt im ersten Entnahmejahr fällt? Wie steuere ich das?
Antwort: Auszahlpläne sind ein eigenes Handwerk. Sie unterscheiden sich strukturell von Sparplänen. Wer das nicht weiß, läuft Gefahr, in den ersten 5–10 Jahren zu viel zu entnehmen – und im 20. Jahr zu wenig zu haben.
Wir arbeiten als Honoraranlageberatung nach § 34h GewO. Wir entwickeln Entnahme-Strategien individuell, oft in Verbindung mit dem Investifant-Mandat. Hier zeigen wir die Mechanik – ohne Marketing, ohne Wunderversprechen.
Vermögensaufbau ist Mathematik. Vermögensentnahme ist Mathematik plus Disziplin plus Reihenfolge-Risiko.
Vier Aspekte sauberer Entnahme – nüchtern erklärt
Die wichtigsten Hebel und Fallen einer Auszahl-Strategie.
Reihenfolge-Risiko (Sequence Risk) – die unterschätzte Gefahr
Zwei Anleger entnehmen 30 Jahre lang jeweils 4 % p.a. aus ihrem Vermögen. Anleger A erlebt in den ersten 5 Jahren einen Crash, dann eine lange Erholung. Anleger B erlebt zuerst die Erholung, dann den Crash am Ende. Beide haben über 30 Jahre die gleiche durchschnittliche Rendite.
Aber: Anleger A geht das Geld aus. Anleger B hat am Ende mehr als am Anfang. Grund: in der Entnahme zählt die Reihenfolge der Renditen, nicht nur ihr Durchschnitt. Wir nennen das Sequence Risk – der wichtigste Hebel beim Übergang in die Entnahme.
Glide Path – Aktienanteil schrittweise reduzieren, aber nicht zu früh
Klassische Faustregel: „im Ruhestand 30 % Aktien, fertig.“ Aktuelle Forschung zeigt: ein U-förmiger Glide Path ist robuster – Aktienanteil zum Renteneintritt etwas reduzieren, dann wieder erhöhen.
Warum? Ein Ruhestand kann 30 Jahre dauern. Wer mit 65 in eine 30 %-Aktien-Strategie geht, lebt mit 80 noch immer im selben Portfolio – und braucht ggf. die Aktien-Rendite, um nicht zu früh aufzubrauchen.
Steuerstruktur – die unsichtbare Auszahl-Optimierung
Aus einem Depot entnehmen heißt: Anteile verkaufen, Gewinne realisieren, Abgeltungsteuer zahlen. Wer das ungeplant macht, verliert Rendite an Steuern.
Konzeptionell sauber: zuerst Anteile mit geringer Wertsteigerung verkaufen, Sparer-Pauschbetrag jährlich nutzen, ggf. mit Vorab-Verlustverrechnung arbeiten. Im Investifant-Mandat berücksichtigt Reuss das bei der Auswahl der zu verkaufenden Lots.
Dynamische Entnahme – an Marktentwicklung anpassen
Statt starr „4 % p.a.“ kann es klüger sein, die Entnahme dynamisch zu gestalten: in starken Jahren etwas mehr, in schwachen Jahren etwas weniger. Guyton-Klinger-Regeln oder ähnliche Mechanismen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass das Vermögen 30+ Jahre trägt.
Die Mehrheit unserer Mandant:innen nutzt eine Mischform: feste monatliche Basis-Entnahme, zusätzliche Sonder-Entnahmen in starken Jahren, Reduktion in schwachen.
Frau H., 64, Apothekerin im Übergang in den Ruhestand – 720.000 EUR Vermögen, 2.800 EUR/Monat aus Investifant
Ausgangslage: 720.000 EUR in einem Investifant-Mandat (Globale Index Strategie 50/50 nach Strategiewechsel zum 63. Geburtstag). Gesetzliche Rente 1.350 EUR netto. Versorgungswerk 1.450 EUR. Lücke zum gewünschten Lebensstandard: 2.800 EUR/Monat = 33.600 EUR/Jahr = ca. 4,67 % p.a. des Vermögens.
Konzept: feste Basis-Entnahme 2.500 EUR/Monat als Daueranweisung. Zusätzlich ein dynamisches Polster von 300–500 EUR/Monat in starken Jahren. In Korrekturphasen wird die Entnahme auf 2.300 EUR/Monat reduziert; zusätzlich nutzt Frau H. einen 12-Monats-Liquiditätspuffer auf Tagesgeld als Sequence-Risk-Schutz.
Erwartete Vermögensentwicklung: bei aktueller Modellrechnung trägt das Vermögen bis Lebensjahr 90+ mit konservativer Annahme (5 % p.a. Aktien-Rendite, 1 % Anleihen). Mit dynamischer Anpassung steigt diese Wahrscheinlichkeit deutlich.
Fünf Phasen einer Entnahme-Strategie
Wer den Übergang in fünf Phasen denkt, vermeidet typische Fehler.
Pre-Ruhestand (3–5 Jahre vor Renteneintritt)
Strategiewechsel anbahnen. Aktienanteil moderat senken (z. B. 70/30 → 50/50). Liquiditätspuffer aufbauen. Steuerstruktur prüfen.
Übergang (12 Monate um Renteneintritt)
Erste Entnahme als Test starten. Cashflow-Steuerung mit Konto und Tagesgeld koppeln. Erste Auszahlungs-Routine etablieren.
Frühe Entnahme (Jahr 1–10)
Sequence Risk höchste Gefahr. Defensiver fahren, Reserven nutzen. Dynamische Entnahme aktiv steuern.
Mittlere Entnahme (Jahr 10–20)
Sequence Risk lässt nach. Strategie kann ggf. wieder etwas aktien-orientierter werden (Glide Path U-Form). Vorsorgevollmacht und Erbschaftsplanung aktualisieren.
Späte Phase (Jahr 20+)
Vereinfachung. Vorsorge für Pflegefall, Übergabe an Kinder, vereinfachte Strategie. Vermögen ggf. teilweise schon zu Lebzeiten übertragen.
Entnahme-Konstellationen, die wir häufig sehen
Klassischer Renteneintritt
Beendigung Berufsleben, regelmäßige Entnahme zur Lückenschließung.
Pre-Renten-Sabbatical
Kürzer treten ab 60, vor offiziellem Renteneintritt. Entnahme schon ab 60–63 mit höherer Quote, später zurückgeführt.
Verbeamtete mit Pension
Pension reicht oft weitgehend. Entnahme als Aufstockung oder als Generationen-Übergabe geplant.
Selbstständige im Verkauf
Unternehmensverkauf führt zu Sondererlös, der über lange Zeit gleichmäßig entnommen wird. Anti-Klumpen-Strategie.
Erbschafts-Folgegeneration
Vermögen war für Erbe gedacht, wird aber teilweise zu Lebzeiten entnommen. Konzept mit Erbschaftsplan koppeln.
Pflegefall-Vorbereitung
Höhere Entnahme planbar machen, falls Pflegekosten kommen. Liquiditätspuffer dafür.
Investifant – Auszahlpläne als Teil des Mandats
Im Investifant-Mandat können Auszahlpläne direkt eingerichtet werden. Reuss Private Bank steuert die zu verkaufenden Lots steuerlich optimiert. FFB führt die Auszahlung auf Ihr Referenzkonto aus.
Konzept-Beratung dazu erfolgt durch Finanzen fairstehen FDL GmbH als Honoraranlageberatung (§ 34h GewO) – inkl. Glide Path, Sequence-Risk-Strategie, Steuerstruktur.
Konditionen: 1 % p.a. all-in inkl. MwSt. auf den Jahresdurchschnittswert. Keine Ordergebühren bei Verkäufen. Konzeptions-Honorarberatung transparent nach Stundensatz oder Pauschale separat.
- William P. Bengen (1994): „Determining Withdrawal Rates Using Historical Data“.
- Cooley, Hubbard, Walz (1998): „Retirement Savings: Choosing a Withdrawal Rate That Is Sustainable“ – Trinity Study.
- Pfau (2010+): Diverse Forschung zu sicheren Entnahmequoten weltweit.
- Guyton, Klinger (2006): Decision Rules for Dynamic Withdrawal Strategies.
- BaFin Register: Reuss Private Bank für Wertpapierhandel AG, ID 122913.
Ihre anbieterunabhängigen Honoraranlageberater
Drei Berater:innen, ein Konzept: Honorarvergütung statt Produktprovision, gesetzlich verankert in § 34h GewO. Kein Druck, etwas zu verkaufen. Vergütung kommt vom Mandanten, nicht vom Produkthersteller.

Honoraranlageberater nach § 34h GewO, Autor „Der Finanzplaner für Akademiker". Onlineberatung seit 2014. Verantwortlich für Konzept und Strategie der Investifant-Portfolios.
Spezialisierung auf Vermögensaufbau, Altersvorsorge und Erbschaftsplanung. Begleitet Mandanten ganzheitlich in allen Lebensphasen.
Fokus auf Selbstständige, Akademiker:innen in der Konsolidierungsphase und Vermögensübertragung. Begleitet Mandate im DACH-Raum.
Häufige Fragen zu Auszahlplänen
Wie hoch kann ich monatlich entnehmen?
Faustregel: 4 % des Anfangsvermögens p.a. (Trinity Study) – das ist eine grobe Orientierung für 30-Jahres-Horizonte. Konkret hängt es ab von: Strategie, weiteren Einkünften, Sicherheitsbedürfnis, Erbschaftswunsch.
Wir rechnen das im Erstgespräch individuell durch, mit verschiedenen Szenarien.
Was, wenn der Markt im ersten Entnahmejahr fällt?
Das ist das Sequence Risk. Konzeptionell richtig: 12-Monats-Liquiditätspuffer auf Tagesgeld halten. In Korrekturphasen aus dem Puffer entnehmen, nicht aus dem Depot. Sobald Markt sich erholt, Puffer wieder auffüllen.
Das ist eine Mechanik, die im Investifant-Mandat konkret aufgesetzt werden kann.
Wie wird die Entnahme besteuert?
Beim Verkauf von Anteilen fällt Abgeltungsteuer auf die realisierten Gewinne an. Reuss wählt die zu verkaufenden Lots so aus, dass die Steuerlast minimiert wird (LIFO oder gezielte Lot-Auswahl, je nach Strategie). Sparer-Pauschbetrag wird jährlich genutzt.
Was passiert mit dem restlichen Vermögen, wenn ich vorzeitig sterbe?
Es geht an die Erben über. Sondervermögen-Schutz bleibt erhalten, Erbschaftsteuer fällt im Rahmen der jeweiligen Freibeträge an. Wir empfehlen, Erbschaftsplanung parallel zur Auszahlplanung mitzudenken.
Kann ich die Auszahlrate jederzeit anpassen?
Ja. Auszahlpläne sind jederzeit anpassbar – höher, niedriger, pausieren. Genau diese Flexibilität ist einer der Hauptvorteile gegenüber starren Rentenversicherungs-Produkten.
Brauche ich eine zusätzliche Beratung für den Auszahlplan?
Für eine konzeptionelle Erstplanung (Glide Path, Sequence-Risk-Strategie, Steuerstruktur, Erbschaftsplanung) lohnt sich eine Honoraranlageberatung. Danach läuft die Umsetzung im Investifant-Mandat.
Vom Aufbau zur Entnahme – sauber geplant
Im Erstgespräch klären wir, wie ein Auszahlplan für Ihre Situation aussehen könnte – inkl. Glide Path, Sequence-Risk-Strategie und Steuerstruktur. 30–45 Minuten, telefonisch oder per Video, ohne Verkaufsdruck.
Oder direkt anrufen: 06341 6814230 · hallo@finanzen-fairstehen.de
